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Südsteiermark

Vergleichen wir auf der Landkarte
Europas die alten Kulturlandschaften und die alten Weinlandschaften, so
sehen wir, dass sich viele von ihnen gegenseitig decken. Dies trifft
auch auf die Südsteiermark zu.
Mit einer Weinbaufläche von rund 1.700 ha zwar ein Kleinod im Weinbau,
jedoch mit seinen sortentypischen Rebsorten unverkennbar am
internationalen Weinmarkt vertreten.
Hervorzuheben aus der
Weinbaugeschichte (geht bis in das vierte Jahrhundert vor Christi
zurück) ist, dass durch Erzherzog Johann (1782–1859) die
Weichen für den steirischen Qualitäts-Weinbau durch Gründung eines
Versuchs-Weingutes bei Marburg gestellt wurden.

Bereits im Jahre 1895 erwarb das
Land Steiermark das private Weingut Silberberg und errichtete eine
Winzerschule und Landesrebenanlage in der heute die Fachschule
Silberberg „Fachrichtung Weinbau und Kellerwirtschaft" geführt wird.
Die südsteirische Weinstraße zählt
zu den schönsten Europas und führt von Ehrenhausen entlang der
slowenischen Grenze bis Leutschach. Die steilen, grünen Hügel der
„Österreichischen Toskana" bedeuten für den Winzer extreme
Arbeitsbedingungen. Rund 2/3 der Weinberge haben über 26% Hangneigung.

Die säure-/fruchtbetonten
steirischen Weine aus den Rebsorten - Gelber Muskateller -
Sauvignon Blanc (Muskat-Sylvaner) - Sämling 88 (Scheurebe) -
Morillon (Chardonnay) - Weissburgunder (Klevner, Pinot blanc) und der
Welschriesling entstehen u.a. durch die hohen Differenzen zwischen Tag-
und Nachttemperaturen.
Das Wahrzeichen des
Weins für die Südsteiermark ist wohl das Windrad, der Klapotetz. Diese
Lärmgerät, das hauptsächlich zum Vertreiben der Vögel aus den Weingärten
zur Zeit der Traubenreife dient. Der Klapotetz galt früher als
Hüterzeichen, das in den Weingärten aufgestellt wurde und deren Sperre
für die Zeit der Traubenreife bedeutete. Inzwischen ist der Klapotetz
ein Symbol für den steirischen Weinbau geworden, der mit neuem
Sinngehalt versehen, als markanter Hinweis auf den lokalen Weinbau
dient.
In der Südsteiermark
sind besonders durch die „Weinheiligen" rund um den Hl. Urban,
den Schutzpatron der Winzer und anderer „Weinheiligen" etliche „Regeln"
im Weinbau entstanden, wie
- Um Urbani schön und klar, gibt viel Wein in diesem Jahr,
- Heiliger Urban, schenk uns Trost, gib uns heuer viel guten Most
- Pankraz und Urbani ohne Regen, folgt ein grosser Weinsegen
- Medardi bringt keinen Frost mehr her, der dem Weinstock schädlich wär

Es gibt auch
markante Sprüche zum Wein, wie der von Hans Prasser:
„Ich Hans Prasser
trinckh sogern Wein als Wasser,
trunckh ich so gern Wasser als Wein
kundt ich ein reicherer Prasser sein."
Stillgegoren ist der Wein, schwer die Luft im Keller;
offen lasst die Tür, herein, kommt mit Glas und Teller.
Bringt auch Brot als Unterlag, Käs, Wurst und Schinken;
Ist auch morgen noch ein Tag, heute lasst uns trinken
(Theodor Kramers Kellerlied)
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