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Rioja




In der "Denominación de Origen Calificada La Rioja" wird schon seit Jahrhunderten Weinbau betrieben, jedoch erlangte das Weinbaugebiet erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts große Bedeutung, als nach dem Reblausbefall der Weingärten in Bordeaux viele Weinproduzenten nach Spanien abwanderten, wohin die Reblaus noch nicht gekommen war.
So wurde auch die Wissenschaft des Ausbaues in kleinen Eichenfässern (Barrique) nach Spanien gebracht, wodurch die Weine erstmals stabilisiert und somit haltbar gemacht werden konnten. In die Zeit um 1860 fällt der erste Export von Riojaweinen nach Amerika durch einen der großen Pioniere des spanischen Weinbaues, des Marqués Don Luciano de Murrieta, der 1852 das gleichnamige Weingut gründete, das als erstes in der Rioja zu internationalem Ruhm gelangte.
Die Böden sind etwa zu ¼ Lehm - Kalk Gestein und zu ¼ Lehm Eisen Böden, bei etwa 50% der Anbaufläche handelt es sich um Schwemmland.

Eine Eigenart im Weinbau der Rioja ist, daß die meisten etablierten Bodegas keine oder nur wenig eigene Weingärten besitzen, und daher den größten Teil ihres Traubenbedarfes bei kleinen Weinbauern in Form von Trauben oder schon vergorenem Wein zukaufen.
Erst im letzten Jahrzehnt begannen die Kellereien Weingärten zu kaufen und mehr Wert auf mikroklimatische Voraussetzungen einzelner Lagen zu legen. Nicht zuletzt der Erfolg der "neuen" D.O. Ribera del Duero (dort wurden dichtere und konzentriertere Weine als in Rioja gemacht, die ungleich höhere Verkaufspreise erzielten) zwang die Kellereien aus Rioja aus dem Dornröschenschlaf.
Die Vorreiter dieses "neuen" Riojas waren u.a. BODEGAS RODA, FERNANDO REMÍREZ DE GANUZA und ABEL MENDOZA, aber auch traditionsreiche "alte" Kellereien wie z.B. MUGA mit dem "Torre Muga", CVNE mit "Viñedos del Contino" oder MARQUÉS DE MURRIETA mit dem "Dlamau de Murrieta".

Die Region umfaßt 3 Subzonen, die sich jeweils im Stil der Weine unterscheiden. Die erste Region ist das RIOJA ALAVESA, hier wurde zuerst von einigen Kellereien begonnen, Wein zu Exportieren (z.B. BODEGAS FRANCO - ESPAÑOLAS). 
 Das Rioja Alavesa liegt in der politischen Region Alava am nördlichen Ufer des Ebro. Klimaeinflüsse sind sowohl vom Atlantik als auch vom Mittelmeer gegeben. Die Anbaufläche
umfaßt etwa 24.500 Hektar. Bekannte Weingüter sind u.a. BODEGAS CAMPILLO, MARTINEZ BUJANDA, FAUSTINO, REMIREZ DE GANUZA.
Das RIOJA ALTA mit der heimlichen (Wein-) Hauptstadt Haro, in der sich um das
Bahnhofsviertel ("Barrio de la Estación") Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts eine Vielzahl teilweise noch heute renommierter Weingüter (MUGA, LA RIOJA ALTA, RODA, CVNE, LÓPEZ DE HEREDIA, u.v.m.) angesiedelt haben, ist die seit den 1920er Jahren wichtigste Sub - Zone. Hier wurden während des gesamten vorigen Jahrhunderts die meisten guten Weine des gesamten Riojas hergestellt.

Das RIOJA BAJA, die östlichste und im Weinbau unbedeutendste Sub - Zone ist eher für die Herstellung von netten Jungweinen aller Farben (weiß - rosé - rot) bekannt, hier wird der Wein bzw. die Trauben nach wie vor von Cosecheros an große Bodegas verkauft.

ANBAUFLÄCHE:

Gesamt: ca. 60.200 ha

In La Rioja: ca. 42.200 ha

In Álava: ca. 12.400 ha

In Navarra: ca. 5.600 ha


Die Rebsorte Tempranillo (Synonyme: Aragoñez, Tinta Roriz, Tinta Santiago, Cencibel, Jacivera, Tinta fina, Tinto fino, Tinto del País, Tinto de Toro, Ull de Llebre, Verdiell .....) ist in den verschiedenen spanischen D.O.-Gebieten mit etwa 35.000 ha Rebfläche präsent. Wie bei jeder großen Rebsorte ist auch beim Tempranillo der Charakter von den Bedingungen, unter denen er wächst, abhängig. Es ist letzlich das ganz spezifische Terroir, welches einem guten Wein seine Einmaligkeit verleiht. Dies wird in der Rioja deutlich, wo reinsortige Tempranillo-Weine aus der Alta-Region einen ganz besonderen Charakter haben. Der Ursprung des Tempranillo liegt im Dunkeln, aber es ist sehr wahrscheinlich, daß er tatsächlich aus der Rioja stammt. Es gibt allerdings Önologen, die eine Verwandtschaft zum Pinot Noir aus dem Burgund oder dem Cabernet Franc festgestellt haben wollen. Sie nehmen daher an, daß er, wie viele Rebsorten, entlang des Jakobsweges im 15. oder 16. Jahrhundert aus den Weingärten der Klöster von Cluny und Citaux an den oberen Ebrolauf gekommen ist.
Seinen Namen hat der Tempranillo übrigends von einem Vergleich mit der Granacha-Traube. Gegenüber dieser reift er bereits durchschnittlich zwei Wochen früher aus, und da seine Beeren zudem noch deutlich kleiner sind, wurde er liebevoll "Tempranillo" genannt, was so viel heißt wie der "Kleine Frühe" oder das "Frühchen" (teprano span. > früh, -illo > Verkleinerungs- form)
Ein Charakteristikum des Tempranillo ist seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Oxydation, er enthält so gut wie keine Oxydasen, d.h. Enzyme, die den Sauerstoff an bestimmte Mostbestandteile binden und dadurch Farbe und Geschmack des Weins verändern. Eine zweite sehr charakteristische Eigenschaft ist die geringe Säure und der sehr fruchtige Geschmack der Schale. Bei der Gärung von Tempranillo-Mosten entsteht immer relativ viel Glyzerin, welches für die samtige Struktur der Weine verantwortlich zeichnet.

Joven (Jungwein): Weine in ihrem ersten oder zweiten Jahr, die ihre frischen und fruchtigen Primäreigenschaften noch bewahrt haben.

 

 

 

Vinos de Crianza (Crianza-Weine): Weine in mindestens ihrem dritten Jahr, die mindestens ein Jahr im Eichenfass und mehrere Monate in der Flasche ausgebaut wurden. Bei den Weißweinen dieser Kategorie beträgt die minimale Fassreifungsdauer sechs Monate.

 

 

Vinos de Reserva (Reserva-Weine): Auserlesene Weine jedes Jahrgangs, die aufgrund ihrer besonders guten Eigenschaften drei Jahre lang ausgebaut wurden, davon mindestens ein Jahr im Fass. Bei den Weißweinen dieser Kategorie beträgt die Reifungsdauer zwei Jahre, davon mindestens sechs Monate im Faß.

 

 

Vinos de Gran Reserva (Gran Reserva-Weine): Auserlesene Weine aus außerordentlichen Jahrgängen, die während mindestens zwei Jahre in Fässern und weiteren drei Jahren in der Flasche ausgebaut wurde. Bei den Weißweinen dieser Kategorie beträgt Reifungsdauer vier Jahre, davon mindestens sechs Monate im Fass.